Studienteilnahme

Wir leben immer länger: Ein heute geborener Bub wird im statistischen Durchschnitt 77,1 Jahre alt, ein Mädchen sogar 84,3 Jahre. Die Lebenserwartung steigt alle fünf Jahre um ein weiteres Jahr. Diese erfreuliche Entwicklung ist verschiedenen Faktoren zu verdanken, nicht zuletzt den enormen Fortschritten in der Medizin.

Damit diese Fortschritte erzielt werden können, sind klinische Studien notwendig, denn sie sind die Voraussetzung dafür, dass neue Medikamente, Medizinprodukte, Behandlungsstrategien und Diagnoseverfahren weiter entwickelt werden können.

Die Austrian Breast & Colorectal Cancer Study Group hat sich auf die Durchführung von Therapiestudien zu Brust-/Darmkrebs spezialisiert und wird demnächst auch Studien zum Pankreas Karzinom und zu Lebermetastasen durchführen.

Medizinischer Fortschritt

Weltweit gilt es, bei PatientInnen und Angehörigen Widerstände zu überwinden, um sie für medizinische Forschungsprogramme zu gewinnen. In Österreich hingegen sind beispielsweise 30 Prozent aller an Brustkrebs erkrankten Frauen in klinische Studien eingebunden – ein hoher Prozentsatz, der in Österreich zu hohen medizinischen Standards geführt hat.

Beste Therapie

Studienteilnehmer erhalten ein neues Behandlungskonzept, das nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft Aussicht hat, erfolgreicher zu sein als die bisher übliche Behandlung. Es wird zusätzlich sichergestellt, dass die neue Therapie sich immer mit der besten bekannten Therapie messen muss (Deklaration von Helsinki des Weltärztebundes).

Individuelle Betreuung

PatientInnen in klinischen Studien werden intensiv und individuell betreut. Alle Zentren der ABCSG haben große Erfahrung in der Tumorbehandlung. Ist eine Behandlungsmethode viel versprechend, gehören die Studienteilnehmer zu den ersten, die davon profitieren.

Umgeben von Experten

Der Gesundheitszustand der Studienteilnehmer wird von den PrüfärztInnen besonders genau überwacht. Oft werden auch mehr Untersuchungen gemacht als sonst, um den Krankheitsverlauf ganz genau zu kontrollieren. Zudem sind bei Studien FachärztInnen verschiedenster Disziplinen beteiligt, die auf die jeweilige Krankheit spezialisiert sind. Das sichert die optimale Behandlung, sowohl auf konventionelle Art als auch im Rahmen der Erprobung neuer Therapiemethoden.

Höhere Lebenserwartung

PatientInnen, die an klinischen Studien teilnehmen, haben eine deutlich bessere Prognose. Durch zahlreiche Kontrollmechanismen und eine konsequente Nachsorge erhöhen sich die Lebensqualität und die Lebenserwartung. Die Wahrscheinlichkeit, erneut an Krebs zu erkranken, sinkt (siehe Studiengrafik zu Brustkrebspatientinnen).

Teilnahme freiwillig

Die Teilnahme an klinischen Studien erfolgt ausschließlich freiwillig und nach einer schriftlichen Zustimmung. Dazu haben alle PatientInnen das Recht auf eingehende und umfassende Information, die in einem ausführlichen Gespräch mit dem zuständigen Arzt vermittelt wird. Die PatientInnen sollen verstehen, welche Ziele die Studie hat, welche Besonderheiten sie aufweist und welche Risiken sie allenfalls mit sich bringt.

Jeder Patient kann jederzeit auch ohne Angabe von Gründen die Teilnahme an der Studie beenden, daraus ergeben sich für ihn keinerlei Nachteile für die Weiterbetreuung und Weiterbehandlung.

Internationale Leitlinien

Der Studienleiter ist ein anerkannter Arzt, der bereits Erfahrung auf dem in der Studie untersuchten Gebiet hat. Er muss sich an die internationalen Leitlinien – so genannte „Good Clinical Practice“ – halten, nach denen PatientInnen im Rahmen von klinischen Studien behandelt werden.

Verantwortung der Teilnehmer

Als Studienteilnehmer muss man auch eine gewisse Verantwortung übernehmen. Die PatientInnen müssen sich präzise an die Vorgaben des zuständigen Arztes halten und eventuell Fragebögen ausfüllen. Verfälschungen können dadurch weitestgehend ausgeschlossen werden und die Ergebnisse sind mit denen anderer Patientinnen und Patienten vergleichbar.