die ABCSG: Erfolge
Therapiebedingter Knochenabbau verhindert
Während durch die Einnahme eines Antiöstrogens oder eines Aromatasehemmers im Rahmen der Antihormontherapie das Risiko, nach einer Operation neuerlich an Brustkrebs zu erkranken, deutlich sinkt, ist eine mögliche langfristige Spätfolge der zunehmende Verlust der Knochendichte. Das Design der ABCSG-Studie 12 beschäftigt sich mit einem Lösungsansatz: Es konnte gezeigt werden, dass der Knochendichteverlust durch die Gabe des Bisphosphonates Zoledronat vollständig verhindert werden kann. Ein signifikantes Ergebnis für Tausende Brustkrebspatientinnen, die bis dahin befürchten mussten, nach der Krebsbehandlung vermehrt Knochenbrüche zu erleiden
Neue Kombination
Eine neue Strategie im Kampf gegen den Brustkrebs erschloss die ABCSG im Zusammenhang mit dem Antiöstrogen "Tamoxifen". Über lange Zeit hinweg galt die Verabreichung dieses Medikamentes nach der Operation für fünf Jahre als optimale Behandlung. Im Rahmen der ABCSG-Studie 8 wurde dieses Konzept erweitert, indem die Patientinnen nunmehr zwei Jahre Tamoxifen und anschließend drei Jahre den Aromatasehemmer Anastrozol erhielten. Dieser sequentielle Therapieansatz hat sich bald als richtig erwiesen: Der Wechsel auf Anastrozol reduzierte die Wahrscheinlichkeit, an einem Rezidiv zu erkranken, um weitere 40 Prozent. Somit konnte die ABCSG entscheidend an der stetigen Therapieoptimierung mitwirken.
rund 22.000 Patientinnen
Die ABCSG ist eine der weltweit größten Studiengruppen. Jährlich konnten wir die Zahl der Studienteilnehmer um 20 Prozent erhöhen und sind heute bei rund 22.000 PatientInnen angelangt. Zufrieden sind wir damit noch lange nicht. Nur mit neuen Kooperationen wird es uns gelingen, weiterhin zu wachsen und die Qualität sowie die Relevanz wissenschaftlicher Studien für die Krebstherapie zu verbessern.
Verbesserung der Überlebensrate
Studienteilnehmer werden individueller und genau auf ihr jeweiliges Risikoprofil zugeschnitten behandelt. Sie werden häufiger und regelmäßiger kontrolliert. Eine Verschlechterung ihres Zustandes oder Rückfälle werden rascher bemerkt. Lebensqualität und Überlebensrate von Krebs-Patienten, die an klinischen Studien teilnehmen, steigen dadurch. Dafür konnten wir den Nachweis erbringen.
80 Prozent Brusterhaltung
Bei Patienten in einem Tumorstadium ohne Beteiligung der Lymphknoten konnten die in der ABCSG mitwirkenden Spitäler derzeit österreichweit eine Brusterhaltungsrate von ca. 80 Prozent erreichen, dabei ohne das Risiko eines Lokalrezidives zu erhöhen - eine Verdreifachung innerhalb der vergangenen 15 Jahre. Damit liegen wir mehr als doppelt so hoch wie die USA.
Weltweite Anerkennung
Bei einer internationalen Brustkrebstagung in St. Gallen im Februar 2001 fanden die Ergebnisse der ABCSG-Studie 5 Eingang in die Neufestlegung der internationalen "Richtlinien für die adjuvante Therapie des primären Mammakarzinoms" und wurden damit zum bis dahin größten internationalen Erfolg der österreichischen Forschergruppe.
Neue Erkenntnisse
Der ABCSG ist der Nachweis der überlegenen Wirksamkeit einer adjuvanten Hormontherapie gegenüber Chemotherapie bei prämenopausalen Patientinnen mit hormonabhängigem Mammakarzinom gelungen. Bis zu diesem Zeitpunkt galt die postoperative Chemotherapie als die Therapie der Wahl. Seit dem Ergebnis der ABCSG-Studie 5 profitieren Patientinnen von der wesentlich verträglicheren Hormontherapie.
Vielbeachtete Ergebnisse
An die medizinische Fachöffentlichkeit konnte die ABCSG mit ihren hochaktuellen Studienerfolgen bereits häufig herantreten. Ergebnisse abgeschlossener Forschungen aus den 1980ern zu kurzzeitig verabreichten bzw. unterschiedlich dosierten Chemotherapien sind bereits vor einiger Zeit veröffentlicht worden. Erfasst wurden dabei Daten von über 1.100 Brustkrebspatientinnen. Noch mehr internationale Anerkennung fanden neuere Arbeiten zu Studien - mit beinahe 3.500 Teilnehmerinnen in ganz Österreich - die sich auch neueren, wirksameren Therapieformen bei Brustkrebs widmeten. Besonderes Augenmerk legt die österreichische Studiengruppe außerdem auf die Behandlung von Darmkrebs bei Frauen und bei Männern: auch hier konnten beachtenswerte Studienergebnisse zum "kolorektalen Karzinom" bei mehr als 1.300 PatientInnen im In- und Ausland präsentiert werden.